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Donnerstag, 14. Februar 2008

Der lange Weg nach Nepal

11.02.08 - 14.02.08
Nach einer 21 Stunden dauernden Zugfahrt erreichten wir Delhi. Die Fahrt war angenehm. Wir hatten gute Bücher, gute Plätze und der Zug war nicht überfüllt. Nach der Ankunft begaben wir uns Schnur stracks in die Touristen Straße und verließen diese anderthalb Tage nicht, da wir genug vom Sight Seeing hatten. Die Ecke ist wie die Khao San Road nur nicht ganz so Backpacker überlastet. Wir trafen unseren Kamel-Safari-Japaner wieder und feierten, mit ein paar Bierchen, gebührend den Abschluss unserer Indien-Reise . So hatten wir eine lustige Zeit in Delhi und waren fast traurig zu gehen.
Weiter ging es mit dem Nachtzug (16 Std) nach Gorakpur. Auch diese Fahrt wurde sehr kurzweilig da wir ein deutsches Pärchen wieder trafen, welches wir in Jaisalmer kennen gelernt hatten.Mit den beiden bewältigten wir die Einreise nach Nepal. Das heißt mit dem Jeep nach Sonauli und dann zu Fuß über die Grenze. Dort erwartete uns ein unangenehme Überraschung, die Nepalesen streikten. Es gab keinerlei motorisierten Fahrzeuge zu unserem Zielort Lumbini. Wir verabschiedeten uns vom deutschen Paarchen, Caro und Franko, welche nach Kathmandu weiter fuhren und suchten nach einem Verkehrsmittel. Nach kurzem hin und her fanden wir einen Fahrradrikschafahrer welcher uns im Stiel von Jan Ullrich,zum überteuerten Preis, innerhalb von 2 Std. die 26 Km nach Lumbini kutschierte. Wir unterstützten ihn tatkräftig mit dem Ruf: Quäle dich du Sau. Durchfroren aber glücklich erreichten wir nach Einbruch der Dunkelheit Lumbini

Montag, 11. Februar 2008

Jaisalmer

04.02.08 - 11.02.08
Mit dem guten alten Governmentbus fuhren wir in die westlichste Stadt Indiens in der Thar-Wüste. Unser erster Eindruck war eher negativ, da in Jaisalmer ein großer Touristenrummel stattfindet. Doch wir revidierten schnell unsere Meinung. Das Städtchen hat trotz allem viel Atmosphäre. Alle Häuser sind aus Sandstein, viele kleine Gassen und das Fort ist einfach einmalig. Außerdem hatten wir Glück mit dem Hotel. Wir trafen viele nette Touristen und das Personal unserer Unterkunft war nett und hilfsbereit.
Da wir schon mal hier waren unternahmen wir die obligatorische Camelsafari. Drei Tage und zwei Nächte verbrachten wir in der Wüste. Mit von der Partie waren ein Amerikaner, eine Schottin, ein Kanadier und ein Japaner. Nicht zu vergessen unsere Cameldriver; Jamil, Raja, der alte Mann und der Sänger, die nettesten und witzigsten Inder welche wir bisher kennen gelernt haben. Unser persönliches Highlight war das Schlafen unter dem Sternenhimmel und natürlich das Reiten auf dem Kamel. Kamele sind witzige und zum Teil störrische Geschöpfe, sie furzen, machen seltsame Geräusche und fressen die ganze Zeit. Ich hatte wenig Glück mit meine Kamel, das erste schmiss mich vom Sattel und das zweite zerrte mich durchs Gestrüpp. Davon abgesehen taten unsere Ärsche und Oberschenkel ganz schön weh. Wir litten aber gerne, dafür wurden wir mit karger Wüstenlandschaft, Ruhe und Einsamkeit belohnt. Nach der sehr schöne Zeit in der Thar-Wüste relaxten wir noch zwei Tage in Jaisalmer um uns auf die lange Zugfahrt nach New Dehli vorzubereiten.

Montag, 4. Februar 2008

Jodhpur

01.02.08 - 04.02.08
Zum dritten mal in Indien fuhren wir mit einer privaten Busgesellschaft. Es war zwar bequemer aber uns fehlte die Action und schneller war es auch nicht.
Jodhpur riesiges Fort ragt aus einem felsiegen Bergrücken herraus und dominiert die Stadt. Das Stadtbild ist gespickt mit blau gestrichenen Häusern und verschlungenen Basarstrassen mit verschiedenen Gerüchen, Farben und ein Gewimmel von Leuten und Fahrzeugen.
Wir ließen uns durch die Stadt treiben, zwängten uns durch Gassen und erkundeten die Märkte. Das Fort besichtigten wir nicht, wir hatten einfach zu viele ähnliche Bauten gesehen. Stattdessen unternahmen wir einen Spaziergang und umrundeten das Fort.
In Jodhpur wurde uns mal wieder bewusst wie traditionsbewusst die indische Kultur ist. Vorallem in Rajasthan hat sich an diesen Traditionen wenig geändert. Wir lernten einen jungen Mann kennen, welcher ganz alleine das Guesthouse leitet, kocht und putzt. Er kommt aus einem kleinen Dorf und hat in Jodhpur die Möglichkeit Englisch zu lernen und Geld zu verdienen. Eines Abend erzählte er uns das seine Mutter ihn angerufen habe und das die Familie eine Frau für ihn gefunden hat. Für ihn heißt das; er muss zurück in sein Dorf und der Familie bei der Landwirtschaft helfen und seine Frau wird er erst am Tag der Hochzeit zu Gesicht bekommen.
Auch unterhielten wir mit verschiedenen indischen Männern und stellten zum wiederholten mal fest das es Frauen in der indischen Gesellschaft wirklich nicht leicht haben. Die Frauen haben nicht viele Optionen ihr Leben zu gestalten. Heirat und Hausfrau ist das was die Gesellschaft von ihr erwartet. Wir hatten dafür nicht viel Verständnis und die meisten Inder wollten sich auf keine Diskusion einlassen.
Heute geht es nach Jaisalmer.

Freitag, 1. Februar 2008

Udaipur, Ranakpur

27.01.08 - 01.02.08
Nach einer kurzweiligen Fahrt mit dem Jeep erreichten wir am Mittag Udaipur. Die Stadt ist sehr schön an einem künstlichem See gelegen, umgeben von staubigen ockerfarbenen Hügeln. Udaipur ist vollgepackt mit Tempeln und Palästen und gilt als die romantischste Stadt Rajasthans. Ein Teil der Stadt diente als Filmkulisse für den James Bond Film Octopussy. Dieser Film wird voller Stolz jeden Abend gezeigt.
Unsere Unterkunft war im Herzen des Touristenviertel. Überall gab es Restaurants Cybercafes und Geschäfte. Diese Ecke versprühte wenig Charm. Wir flüchteten mehrmals auf die Dachterassen um dem Trubel zu entkommen und genossen die Ruhe und Aussicht.
Auf der Fahrt von Mount Abu nach Udaipur lernten wir zwei nette und lustige Belgierinnen kennen, Lut und Danielle. Lut hatte gerade eine 4 monatiege Reise mit dem Jeep durch Afrika hinter sich und dieses Abenteuer in einem gutem Blog festgehalten. Wir trafen uns an zwei Abenden mit den beiden und hatten ziemlich viel Spaß.
Nachdem wir Udaipur zu Fuß und mit Fahrrad erkundet hatten, entschlossen wir uns eine Motorradtour von 2 Tagen zu machen. Im winterlichem Outfit fuhren wir am Morgen Richtung
Ranakpur. Schon allein wegen der Landschaft und den interessanten Dörfern und Menschen lohnte sich der Ausflug. Gegen Abend und nach ein paar Umwegen erreichten wir den mitten im Wald gelegenen Jain-Tempel. Der Ranakpur-Tempel gehört zusammen mit dem Dilwara-Tempel zu den schönsten Jain-Tempeln Indiens. Es ist eine fantastische Anlage und wir hatten das Glück einer Zeremonie beiwohnen zu können, ein besonderes Erlebnis.
Wir übernachteten in einem sehr einfachen Zimmer in der Tempelanlage. Es gab zwei weitere Touristinnen welche die gleiche Idee hatten hier zu übernachten, Lut und Danielle. Die Überraschung und und Freude war groß die beiden wieder zu treffen und das vielleicht nicht zum letzten mal!? Es herrschte eine besondere Stimmung in der Pilgerherberge und wir genossen die Ruhe.
Am frühen Morgen, nach einem typischen Jain-Frühstück, fuhren wir weiter nach
Kumbalgarh. Dieses einsame Fort wurde im 15. Jh. erbaut und galt als uneinnehmbar. Mittags erreichten wir die wirklich beeindruckende Bergfestung auf 1100 m Höhe. Gegen Abend waren wir wieder am Ausgangspunkt Udaipur angekommen. Wir waren sehr zufrieden mit der Tour, es stimmte einfach alles; die Fahrt, die Leute und die Sehenswürdigkeiten.
Nun geht es weiter, touristischen Massen folgend, nach Jodpur.

Sonntag, 27. Januar 2008

Mount Abu

23.01.08 - 27.01.08
Nach einer 14 Stunden dauernden Fahrt mit dem Bus erreichten wir am Abend Mount Abu. Die auf 1200 m liegende Stadt, welche fast nur aus Hotels besteht, ist die einziege Hill Station Rajasthans. Wir konnten schnell feststellen das diese Stadt wirklich nur für zumeist indische Touristen besteht. Wo man nur hinschaut Hotels, Restaurants und Geschäfte. Wir hatten es zwar erwartet, waren aber trotzdem ein wenig geschockt. Wenn man sich aber wenige Kilometer von der Stadt weg bewegt, befindet man sich mitten in der Natur und kann die Sonne und die schöne Aussicht genießen. Nachts wurde es ziemlich kalt. Zu unserem Glück hatte unser Hotel eine Dusche mit brühend heißem Wasser. Das Duschen wurde zu unserem allabendlichem Highlight.
Mount Abu ist bekannt für seine hohe Population an Lippenbären. Man muss angeblich schon außerordentliches Pech haben um keinen Bären zu Gesicht zu bekommen. Voller Vorfreude buchten wir uns einen Führer und machten am Morgen eine Halbtageswanderung. Unser Führer erzählte das wöchentlich die Dorfbewohner von Bären attackiert werden. Das einzige was wir entdeckten war der Kot der Lippenbären.
Am letzten Tag besuchten wir den
Dilwara-Tempel. Dieser Jain-Tempel gehört zu Recht zu den schönsten Tempeln Indiens. Die ganze Anlage besteht aus feinsten Marmorschnitzereien. Der Marmor war an manchen Stellen fast durchsichtig, so filigran wurde gearbeitet. Auf uns wirkte Dilwara fast magisch und wir kamen aus dem Stauen nicht mehr raus. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt :-(
Nach 3 Tagen hatten wir genug von der Kälte und den angeblich 500 Hotels, so das wir nach
Udaipur weiter reisten.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Bhuj

16.01.08 - 23.01.08
Nach Mandvi ging es nach Bhuj, in die Haupstadt vom Distrikt Kutch. In Kutch leben viele Volksgruppen, welche vor langer Zeit aus dem jetzigem Iran, Afghanistan und Pakistan eingewandert waren. Diese Gruppen sind in ganz Indien berühmt für ihre Handarbeiten, z.B. Stickereien, Batik aber auch Töpferarbeiten und Lederverarbeitung und vieles mehr. Zudem befindet sich hier der kleine und große Rann, die einzige Salzwüste Asiens. Trotzdem ist Bhuj relativ untouristisch geblieben. 2001 wurde der Distrikt von einem schwerem Erdbeben heimgesucht, bei dem 10% (ca. 25 000) der Bevölkerung ums Leben kamen. Die Folgen sieht man noch an vielen zerstörten Gebäuden in der Stadt und an den vielen neuen Häusern in den Dörfern.
Unser Hauptinteresse waren die verschieden Völkergruppen. Wir unternahmen eine Fahrt mit dem Motorriksha in vier umliegende Dörfer. Das hat uns viel Spaß gemacht und wir bekamen eine Einblick in die Lebensweise der Bewohner. An einem anderem Tag machten wir eine Fahrt mit dem Taxi in entlegenere Dörfer und gönnten uns sogar einen Führer. Von der Tour waren wir etwas enttäuscht. Das interessanteste war der Viehmarkt. Der Besuch der Dörfer diente eher dazu Waren an den Mann und vorallem die Frau zu bringen.
Wir unternahmen dann noch einen Ausflug auf eigene Faust und zwar mit dem Motorbike. Unsere Fahrt ging durch eine beeindruckende steppenähnliche Landschaft und wir besuchten das Bergkloster in Than. Dort hatten wir die Ehre mit mehreren Sadhus einen Tee zu trinken, welche dabei Fernseh schauten und sich die Birne zu kifften.
Die restlichen Tage verbrachten wir damit ausgiebig die Stadt zu erkunden. Am Wochenende waren die letzten 2 Tage eines muslimischen Festivals. In der Stadt ging es richtig rund. Ein Umzug fand statt, es wurde getrommelt, getanzt und bis in den Morgengrauen gefeiert.
Nach dem wirklich erlebnisreichen Monat in Gujarat geht es nun weiter nach Rajasthan.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Jamnagar, Mandvi

08.01.08 - 16.01.08
Die Stadt
Jamnagar war für uns nur eine indische Stadt ohne besondere Reize. Wir nutzten diesen Zwischenstopp um ein paar Internetangelegenheiten zu erledigen und fuhren am nächsten Tag weiter nach Mandvi.
Die fast 10 Stunden dauernde Fahrt ging entlang zahlreicher riesiger Fabriken und vorbei an der Salzebene wo an vielen Stellen Salz gewonnen wird. Gegen Abend erreichten wir die Hafenstadt Mandvi. Das erste was uns auffiel war eine Werft wo riesige Holzboote von Hand gefertigt werden. Das Städtchen ist ziemlich klein aber sehr geschäftig. Es gibt sehr viele kleine Läden und Lagerhallen für den Überseehandel. Erstaunt waren wir auch von der hohen Anzahl an Moscheen. Weniger begeistert waren wir bei Sonnenaufgang vom Muezin geweckt zu werden.
Unser persönliches Highlight war wiedermal der Strand! Ewig lang und der einsamste Strand den man sich vorstellen kann, abgesehen von den Windmühlen am Anfang. Wir unternahmen ausgedehnte Spaziergänge und erkundeten das Städtchen. Dabei stellten wir fest das viele Einwohner Mandvis nett und gastfreundlich sind. Mehrmals wurden wir zum Tee eingeladen und verbrachten sogar einen Nachmittag mit indischen Militäroffizieren.
Am Sonntag fand ein Drachenfestival statt. Dies ist in vielen Orten Indiens Tradition. Es ist ein Wettbewerb bei dem die Drachenflieger versuchen mit ihrer Schnur, die Schnur der anderen Drachen abzuschneiden. Wer am Ende noch oben ist, hat gewonnen. Genau wie in dem empfehlenswerten Buch
The Kite Runner von Khaled Hosseini. Leider verstanden wir vom Wettbewerb nicht viel und flüchteten schnell in die Dünen, da wir langsam zur Hauptattraktion wurden.
Wir verlängerten unseren Aufenthalt in Mandvi jeden Tag und blieben 7 Tage - es war einfach super entspannt und wir waren ein wenig faul geworden. Etwas traurig verabschiedeten wir uns vom Arabischen Meer und machten uns auf den Weg nach Bhuj.

Dienstag, 8. Januar 2008

Porbandar, Dwarka

04.01.08 - 08.01.08
Nachdem wir ausgiebig in Diu unsere Seele baumeln ließen machten wir uns am 4. auf den Weg Richtung Porbandar. Der Grund für unsere eintägige Stippvisite war das Geburtshaus einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - Mohandas Karamchand Gandhi, welcher hier am 2. Oktober 1869 das Licht der Welt erblickte. Wir bereuten unseren Stopp nicht. Porbandar ist eine sehr angenehme Stadt, bunt, voller Leben und eine ein großer Pluspunkt ist die schöne Lage direkt am Meer. Auch der Besuch des Geburtshaus Gandhis lohnte sich. Es war eigentlich nichts besonderes, uns hat es aber trotzdem gut gefallen.
Am nächsten Tag ging es weiter nach
Dwarka. Die Pilgerstadt gehört zu den vier heiligsten Städten Indiens, da Krishna hier die Hauptstadt seines Reiches hatte. Das kleine Städtchen wimmelte nur so von Pilgern und Sadhus.
Da die Tempel über ein mehrere Kilometer großes Gebiet verstreut sind endschlossen wir uns an einer geführten Tour teilzunehmen. Am Morgen machten wir uns zusammen mit einer Busladung indischer Touristen auf den Weg. Ein amüsanter Tag stand bevor. Wir besuchten 3 Tempel und die Insel Bet, wo Krishna einen Dämon erschlagen haben soll. Wir waren erstaunt wie gut die Sache organisiert war, fanden es aber schade das wir in einen sehr hohen Tempo durch die Tempel geschleust wurden. Dafuer konnten wir hautnah miterleben wie die Inder ihrer religiösen Rituale ausübten.
Da Dwarka wirklich ein putziges Städtchen ist, beschlossen wir noch ein Tag länger zu bleiben um die netten Leute, die relaxte Atmosphäre und den Strand noch etwas zu genießen. Das einzig negative waren die verhaltensgestörten Kühe, welche aggressiver waren als sonst. Ich beobachtete sogar einen Bullenkampf bei dem sogar ein Laden und ein Restaurant in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Heute geht es weiter nach Jamnagar.

Freitag, 4. Januar 2008

Diu

26.12.07 - 04.01.08
Urlaub! Nachdem wir doch den Sättigungsgrad an Tempeln und historischen Bauwerken etwas überschritten hatten, waren wir um so mehr begeistert wieder Meer und Strand zu sehen. Die ehemalige portugiesische Kolonie Diu bietet dafür die optimalsten Rahmenbedingungen um eine relaxte Zeit an der Küste zu verbringen Die Insel versprüht eine südländisches Flair und es herrschte trotz der Feiertage eine entspannte Stimmung.
Wir erkundeten die Insel zu Fuß, mit dem Fahrrad und Moped und verbrachten sehr viel Zeit am Strand. Nachdem sich meine Verdauung nach medikamentösen Experimenten gebessert hatte, konnte ich den Urlaub in vollen Zügen genießen. Wir verbrachten Silvester am Strand und hatten somit einen sehr guten Start ins neue Jahr.
Diu ist ein beliebter Ort bei indischen sowie auch bei westlichen Touristen. Dabei ist uns aufgefallen das sich die beiden Gruppen nicht besonders vermischen. Die Inder wohnen in anderen Hotel, besuchen andere Restaurants und liegen an andren Stränden. Auch wir folgten den Trend, da wir eine Pause vom fotografiert werden und Smalltalk brauchten.Unsere Akkus sind nun wieder aufgeladen und wir sind bereit uns ins Getümmel zu stürzen.
Heute fahren wir entlang der Küste in Richtung Westen.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Palitana

23.12.07 - 26.12.07
Palitana ist auf den ersten Blick eine staubige und wenig einladende Kleinstadt. Hier bekamen wir zahlreiche Männer zu Gesicht welche in landestypischen Gewändern gekleidet waren. Weise Leggins, eine Art weises Nachthemd, einen weisen Turban und einen ausgeprägten Schnurbart. Für uns sah das ziemlich lustig aus. Wir taten das was man tut wenn man nach Palitana geht: Wir bestiegen den heiligen Hügel auf dem 1250 Jain Tempel stehen. Verständlicher weiße gehört diese Anlage zu den heiligsten der Jainisten. Wir quälten uns mit zahlreichen Pilgern die 3575 Stufen nach oben. Es entstand ein gewisses Gemeinschaftsgefühl und uns wurde versichert das nach dem Besteigen unsere Sünden reingewaschen würden und das wir nun direkt ins Paradies kommen würden. Ein lustiger Anblicke waren die Dholis. Das sind eine Art Tragestühle mit denen man sich nach oben befördern lassen kann. Die Tempelanlage war schon etwas besonderes. Was uns aber am meisten beeindruckte waren die vielen Pilger. Es gab sogar welche die sieben mal den Berg in 24 Stunden rauf und runter liefen ohne zu Essen oder zu Trinken. So musste ich auch die nächsten Tage verbringen, fastend. Leider wurde ich wiedermal von der Reisediarrhoe heimgesucht. Dies verdarb uns doch etwas das Weihnachtsfest und machte mir das Leben in den folgenden Tagen nicht gerade angenehm. Dank zahlreicher Kohlekompretten machten wir uns heute auf den Weg nach Diu.
Wir wünschen unseren bloginteressierten Lesern
ein gutes neues Jahr und
bedanken uns für eure Treue und hoffen euch im nächsten
Jahr zu unseren Lesern zählen zu dürfen

Sonntag, 23. Dezember 2007

Baroda

20.12.07 - 23.12.07
Unser nächster Stopp war die Universitätsstadt Baroda im Bundesstaat Gujarat. Es ist eine moderne Stadt! Wir waren von der hohen Anzahl westlich gekleideter junger Frauen sehr angetan. So was haben wir nur sehr vereinzelt in Indien gesehen. Wir fühlten uns hier sehr wohl; niemand versuchte uns was zu verkaufen und die Leute waren freundlich und nicht aufdringlich. Wir verbrachten einen halben Tag damit Geld zu wechseln und einen halben im Internet. Den Rest der Zeit schlenderten wir durch die Straßen und schlugen uns die Bäuche voll.
Während unseres Aufenthalts waren die Wahlen des Bundstaats gerade in den letzten Zügen. Bei dieser Wahl ging die Bharatiya Janata Party (BJP) mit deren Kandidaten Narendra Modi als deutlicher Sieger hervor. Seit unserer Zeit in Indien war Narendra Modi täglich in allen Medien vertreten und seine Person wurde kontrovers diskutiert, da man ihn unteranderem mitverantwortlich für die Unruhen im Jahr 2002 in Gujarat hält.
Heute fahren wir nach Palitana.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Mandu

15.12.07 - 20.12.07
Nach einer Tagesreise mit dem Bus erreichten wir die einsame Bergfestung von Mandu, welche auf 643m Höhe liegt. Das Plateau kommt wie aus einer anderen Zeit daher. Es ist eine grandiose Landschaft gespickt mit historischen Gebäuden afghanischer Architektur aus dem 10. Jahrhundert. Für mich ein absolutes Bilderbuch-Indien.
Am ersten Tag besuchten wir das berühmteste Gebäude Mandus, das Jahaz Mahal. Der Palast hat eine nüchterne Architektur und ein ausgeklügeltes Wasserversorgungsystem. Die Besichtigung der Anlage nahm nur einen kleinen Teil unserer Zeit in Anspruch. Da Sonntag war, waren viele indische Großfamilien vor Ort und wir mussten fast ununterbrochen Hände schütteln, Fotos machen und uns zusammen mit den Indern Fotografieren lassen. Wir fanden das dann doch sehr lustig und kamen uns vor wie Filmstars.
Den Rest unsere Zeit in Mandu erkundeten wir das Plateau zu Fuß und mit dem Fahrrad. Es gibt tiefe Schluchten, weit Täler, staubtrockene Hügel und vereinzelte saftig grüne landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Feldarbeit war noch sehr ursprünglich, mit Holzpflug und Ochsengespann und einfachste Ochsenkarren. Wir stießen auf Baumwollfelder und Dörfer mit simplen Lehmhütten. Für uns war es auch eine schöne Erfahrung mit Indern in Kontakt zu kommen welche noch nicht so viele Touristen gesehen hatten. Für sie war es faszinierend fotografiert zu werden. Wir hatten öfter den Eindruck als sei in Mandu die Zeit stehen geblieben und wir entdeckten einige idyllische Plätze.
Auch hatten wir Glück mit dem Guesthouse, vor allem mit dem Besitzer, welcher ein guter Geschichtenerzähler ist und wir lauschten immer gespannt seinen Erzählungen. Ein zweiter Pluspunkt waren die anderen Touristen, zwar wenige aber dafür umso netter. Sehr besonders war die Atmosphäre vorallem Nachts, man konnte in der Ferne die Schakale heulen hören und die Hunde bellten dagegen an. Unsere französischen Nachbarn sahen sogar einen Puma, wir dagegen mussten uns mit einer Maus in unserem Zimmer begnügen. Wir trugen es mit Fassung und tauften sie Lieschen.
Heute sagten wir Mandu Chiao und reisten weiter nach Baroda.

Samstag, 15. Dezember 2007

Bhopal

11.12.07 - 15.12.07
In Bhopal der Hauptstadt Madhya Pradesh gönnten wir uns zwangsweise (in den Billighotels regnete es rein) ein wenig Luxus und mieteten uns in einem gutem Hotel ein mit dem Bonus von 24 Stunden heißem Wasser. Wir fanden Bhopal nicht sonderlich interessant. Es war eine laute und volle Großstadt. Ein kulinarisches Highlight war eine Art Fast-Food-Restaurant mit super leckeren Essen und das Ambiente war fast so wie zu Hause.
In der Zeit in Bhopal besuchten wir ein Freiluftmuseum. In dem Museum wurden typische Dörfer aus verschiedenen Teilen Indiens, Handwerksarbeiten, sowie Exponate verschiedener Naturreligionen ausgestellt. Mann hatte sich viel Mühe gegeben und es war ein gut gemachtes Museum auf einem weitläufigen Gelände.
Da wir schon so lange keine buddhistischen Bauten mehr gesehen hatten besuchten wir den Ort Sanchi. Hier stehen eine große Stupa und Reste von Tempeln. Diese Anlage ist das älteste buddhistische Monument Indiens. Sanchi war ganz OK, es hat uns aber nicht wirklich vom Hocker gehauen.
Am letzten Tag machten wir einen Abstecher zu den Höhlen von Bhimbetka. Die 600 Felshehlen liegen mitten in einer Teak- und Salzwald mit schroffen Felsen eingebettet in eine trockene und staubige Ebene. In den bizarren Felsformationen konnte man 15 Höhlen besichtigen. Das Beste waren die über 10.000 Jahre alten und zum Teil noch gut erhaltenen Felsmalereien. Auch aufgrund der Wanderung zu der Höhle hatte sich die Fahrt gelohnt.
Heute fahren wir nach Mandu.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Orchha

07.12.07 - 11.12.07
Gegen Nachmittag erreichten wir die Kleinstadt Orchha. Orchha liegt in mitten einer sehr trockenen und spärlich be wachsenen Landschaft in einem ziemlich unbewohnten Teil von Madhya Pradesh. Vor 300 Jahren war Orchha eine Mogulstadt mit Palästen, Tempeln. Heute zeugen die zum Teil noch sehr gut erhaltenen Bauten von der prunkvollen Vergangenheit Orchhas. Wo man auch hinschaut überall konnte man die typischen Kuppeln und Spitzen der Tempel und Paläste erspähen.
Am ersten Tag erkundeten wir ausführlich all wichtigen historischen Gebäude. Die meisten waren mehr oder weniger gut erhalten und hatten zum Teil schöne Malereien. Interessant war das im Laufe der Zeit manche Gebäude von Mogul und Hindus genutzt wurden. Wir waren schon beeindruckt von der Größe und der Architektur der Gebäude, doch mindestens genau so fasziniert waren wir von den Geiern. Die Geier konnte man überall beobachten es gab verschiedene Arten davon, zum Teil ganz schön große. Sie kreisten am Himmel und saßen auf den Spitzen der Tempel. Einmal konnten wir ziemlich nah an ihre Nester ran, welche die Geier auf den Dächern der Tempel errichtet hatten. Es sind wirklich majestätische und eindrucksvolle Tiere.
Den Rest der Zeit in Orchha sind wir im Umland umhergewandert. Dabei machten wir einen Spaziergang an einem Fluss wo wir auf Affen Kühe und einen Jungen traffen, welcher uns warnte ja nicht durch den nahen Wald zu laufen da dort Geister leben. Dies machte die Sache für uns irgendwie spannend. Geister bekamen wir nicht zu Gesicht. Uns hat es richtig gut getan mal wieder Natur zu tanken und uns zu bewegen. Außerdem war es schön das Leben in den Dürfen mitzubekommen. Heute geht es weiter nach Bhopal.

Freitag, 7. Dezember 2007

Sarnath, Khajuraho

02.12.07 - 07.12.07
Nachdem wir den Ort gesehen hatten wo Buddha seine Erleuchtung erlangte, wollte wir nun auch den Ort sehen wo er seine Lehre zum ersten mal predigte (Vier Edle Wahrheiten). Wie nicht anders zu erwarten tat er dies unter einem Bodhi-Baum. Stilecht schliefen wir in einem tibetanischen Kloster. Es war eine sehr angenehme und ruhige Stimmung, da wir aber nur eine Nacht blieben bekamen wir jedoch nicht so viel vom Klosterleben mit. Sarnath war mehr oder weniger Bodhgay in klein. Erwähnenswert ist vorallem der archäologische Park mit einer großen Stupa, welche vermutlich dort steht wo Buddha seine Predigt hielt. Trotz der vielen Touristen war in Sarnath eine entspannte und besondere Atmosphäre und es war interessant den Mönchen zu zusehen. Etwas schockiert waren wir über die hohe Anzahl an Bettlern.
Nach dem kurzen Ausflug ging es zurück nach Varanasi, da wir mit dem Nachtzug nach Khajuraho fuhren. Die Zugfahrt war diesmal angenehmer als die erste, da wir schlauerweise vorgebucht hatten und einen ganzen Platz für uns alleine hatten.
Gegen 13:00 Uhr erreichten wir Khajurhao. Dieser Ort ist bekannt für seine sehr gut erhaltenen Tempel, welche aus dem 10. - 12.Jahrhundert stammen und gehört zu den touristischen Highlights Indiens. Zwei Features werden immer wieder dargestellt - freizügige Frauen und Sex; Kamasutra in Stein.
Wir waren überaus beeindruckt von der sehr gut erhaltenen Tempel und von der super detaillierten Gravur- und Skulpturarbeit. Nach den zahlreichen Tempeln welche wir auf unserer Reise gesehen hatten, die immer prüde und nüchtern waren, waren wir doch um so mehr überrascht so viel Sex in Stein gemeiselt zu sehen. Manche Szenen wirkten eher wie eine sportliche Höchstleistung. Wir erkundeten die wichtigsten Tempel zu Fuß und mit dem Fahrrad.
Die Stadt Khajuraho ist eine ziemlich touristische Retortenstadt, dementsprechend war das Verhalten mancher Inder, man wurde zum Teil ununterbrochen genervt. Hier ein kleiner Auszug aus ihrem Repertoire: do yo want to see my shop, do want to buy postcards, what is your name, where are you from, one rupie. Wir sind mittlerweile daran gewöhnt und es stört und auch nur ab und zu, aber hier war es einfach eine Spur zu viel. Auch mussten wir leider einen Tag länger bleiben da mein Magen-Darm-Trakt durch die indischen Lebensumstände attackiert worden war.
Heute fahren wir nach Orcha